Bewegung und Kreativität

Bewegung und Kreativität in einem hübschen Rahmen mit Bärenlogo

Mens sana in corpore sano

Warum ich diesem Motto sehr viel abgewinnen kann und was das mit meiner Tätigkeit als Autorin zu tun hat: Das erkläre ich dir jetzt.

Autorin und Trainerin: Kein Widerspruch

Seitdem ich nicht mehr hauptberuflich Beamtin bin, besteht mein Alltag im Wesentlichen aus drei Teilen:

  • dem Schreiben. Das ist das, womit ich mich am meisten identifiziere. Wenn du mich also fragst, was ich beruflich mache, würde ich antworten: »Ich bin Autorin.« (Warum diese Fixierung auf den Beruf als Identität schwierig ist: Generation Anspruch)
  • meinem Mandat als stellvertretende Vorsitzende des Bezirksausschusses Trudering-Riem. Das ist definitiv der Titel, der am meisten hermacht. Das ist nicht immer der spaßigste Teil meines Lebens, aber vermutlich einer der wichtigsten. Denn hier muss ich zwar tonnenweise trockenen Text lesen und in teilweise unglaublich nervigen Sitzungen ausharren. Aber nirgendwo sonst bekomme ich so hautnah mit, wie unsere Gesellschaft tickt. Und nirgends sonst habe ich so einen (wenn auch kleinen) Einfluss auf eben diese Gesellschaft.
  • und dann bin ich noch Gymnastik-Trainerin. Ich unterrichte bei uns im Sportverein und seit einer Weile auch im Fitnessstudio. Damit verdiene ich im Verhältnis am meisten Geld und es hat den Vorteil, dass mein innerer Schweinehund nicht viel zu melden hat, wenn es um meine eigene Fitness geht. Wenn eine Gruppe von Menschen auf mich wartet, ist »zu müde« kein Argument.

Wie ich von einer 4 in Sport zu einer Übungsleiterlizenz kam

Jetzt weißt du, warum ich als Autorin über Bewegung schreibe.
Weil es ein Gebiet ist, in dem ich mich einigermaßen auskenne und das mir wichtig ist.

Jetzt muss ich vorausschicken, dass ich nicht die geborene Sportlerin bin. Ich bin nicht besonders gelenkig, eher ungeschickt und weil ich lange stark kurzsichtig war, konnte ich Geräteturnen und Ballsportarten nie etwas abgewinnen. (Kontaktlinsen und Sportbrillen waren da irgendwie kein Ding).
Aber dann kam ich zum Bauchtanzen und zur Gymnastik im Verein. Ich habe festgestellt, dass mein Körper durchaus in der Lage ist, Leistung zu bringen, und mir das auch Spaß macht.


Ich habe mich dann irgendwann, so wie ich es immer mache, wenn mich etwas interessiert, in die Materie eingelesen. Sprich jedes Buch über Bauchtanz und Gymnastik, das ich bekommen konnte, inhaliert.
Und dann war ich irgendwann an dem Punkt, an dem ich mir dachte, das, was der Typ da vorne macht, das kann ich auch.


Ohne einen Hauch von Ahnung zu haben, wie man an diese Position kommt (ich hätte jemanden fragen können, aber damals war ich zu schüchtern) habe ich einen Kurs belegt.
Und bin krachend durch die praktische Prüfung gefallen. Die Voraussetzung wäre gewesen, dass man schon lange Unterricht gibt und dann den B-Trainerschein bei diesem Anbieter machen kann. Wie gesagt, das war vor dem Internet, eine einfache Googlesuche hätte das heutzutage geklärt.


Aber wie das so ist, ich lasse mich gerne ablenken und habe hundert Interessen und Hobbys. Aber auch einen gewissen Stolz. Und der hat mich weitermachen lassen. Zum Glück hat eine Bekannte im Verein mein Potential erkannt und mich als Kotrainerin für ihre eigenen Stunden engagiert.


Und irgendwann hatte ich dann die Praxis. Ich habe die Ausbildung dann über die Vereinsschiene beim BLSV gemacht. Das hat sich als die richtige Variante herausgestellt, weil hier drei Wochen intensiver praktischer und theoretischer Unterricht stattfand.
Kleine Nebenbemerkung: Hätte ich diese Qualität von Unterricht in meiner Schulzeit gehabt, dann wäre nicht die einzige Vier im Zeugnis die in Sport gewesen.
Am Ende hatte ich einen Übungsleiterschein und eine eigene Gruppe. Ich habe dann unglaublich viel Vertretung, auch in anderen Vereinen übernommen. Egal, was angefallen ist, ich habe mich vorne hingestellt.


Das hat mich als Person komplett verändert. Das kleine Mädchen mit den Panikattacken konnte plötzlich vor einer Gruppe stehen und hatte auch noch Spaß daran.
Es ist nicht so, dass ich nicht auch dreißig Jahre später immer noch ein gewisses Lampenfieber vor jeder Stunde habe. Aber ich denke, das ist auch gut so, denn dann bin ich sorgfältig und gebe wirklich alles. Ohne dieser Angst würde mein inneres Chaos überhandnehmen. (Denke ADHS und du hast ungefähr eine Vorstellung, was ich meine)
Seitdem habe ich mich mit Kursen und Büchern bzw. Videos weitergebildet. Das ist ja ein endloses Feld mit einer rastlosen Forschung.

Warum mir Sport gerade als Autorin so wichtig ist

Jetzt kennst du meine Geschichte. Was ist mir da jetzt wichtig?


Nun, ich bin kein wettbewerbsorientierter Mensch. Mir ist es vollkommen egal, ob ich die Runde zwei Sekunden schneller schwimme (ich hasse es, zu laufen). Und ob ich toll aussehe, wenn ich vorne herumhüpfe, ist mir auch ziemlich egal.
Ich bin fasziniert von den Zusammenhängen und Möglichkeiten, die in unserem Körper und in der Bewegung verborgen sind.


Im Normalfall habe ich ein ambivalentes Verhältnis zur Wirklichkeit. Ich verliere mich gerne in Tagträumen und selbst wenn ich keine Geschichte schreibe, mein Kopf erfindet ständig etwas. Im Hier und jetzt zu sein ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Oder um es mit meinem Gehirn zu sagen: »Langeweilig.«
Also brauche ich einen Anker, der mich in dieser langweiligen oder zumindest unlustigen Realität hält. Und das ist mein Körper in Bewegung.
Hier habe ich ein weiteres Instrument, mit dem ich meine Neugier stillen kann. Ich experimentiere herum, finde Zusammenhänge zwischen einzelnen Körperteilen und entdecke gespeicherte Gefühle und Gedanken, die mir anders nicht zugänglich wären.


Die Bewegung gibt mir ein weiteres Instrument, um mit anderen in Kontakt zu kommen und meine Gefühle und Vorstellungen auszudrücken. Neben der gesprochenen und geschriebenen Sprache ist Bewegung ein Band zwischen mir und der Welt in all ihren Facetten.

Nicht nur das, was ich mit meinem Körper ausdrücken kann, verbindet mich mit den anderen. Sondern auch deren Körper reagiert auf die jeweilige Bewegung. Wenn ich sehe, wie meine Teilnehmenden über mein Herumgetanze bei der Wassergymnastik lächeln und gleichzeitig ihren eigenen Korrektor loslassen und sich der Bewegung hingeben, dann weiß ich, uns verbindet etwas Größeres als nur die Tatsache, dass wir gerade gemeinsam etwas für unsere Fitness tun.

Weil ein gesunder Körper etwas Tolles ist

Doch auch, ohne die größeren Verbindungen zu suchen: Es ist etwas Gesundes. Vernünftige Bewegung, die nicht in einer Sucht oder nur wegen äußerer Bestätigung ausgeübt wird, hält uns am Leben.
Viele Krankheiten und Probleme sind unserem bewegungsarmen Leben geschuldet. Wir haben sitzende Tätigkeiten (diesen Text schreibe ich faul im Bett flätzend). Wir nehmen das Auto oder die Rolltreppe, statt zu gehen. Den Haushalt übernehmen allerlei Maschinen und auf dem Feld arbeiten ist keine Voraussetzung, um etwas zum Essen im Kühlschrank zu haben.


Dem Stress, den wir haben, begegnen wir mit körperlichen Reaktionen, die beim Säbelzahntiger angemessen waren. Doch statt unsere Füße in die Hand zu nehmen und zu rennen, müssen wir das anderweitig kompensieren. Und so haben wir Bluthochdruck und verspannte Schultern und schlucken Pillen.
Dem versuche ich in meinen Stunden etwas entgegenzusetzen und das tut dann mir und meinen Teilnehmenden gut.

Bewegung und Kreativität

Ziehe ich für mich alleine meine Züge durch den See, dann öffnet sich noch eine weitere Tür: Die zu meiner Kreativität. Oft muss ich erst eine Weile schwimmen, bis in meinem Kopf Ruhe einkehrt und das ganze Gewirr, das ständig auf mich einprasselt, irgendwo verräumt ist.

Dann entsteht die Szene für meinen Roman vor meinem inneren Auge, die mich die ganze Zeit aufgehalten hat. Dann habe ich die Lösung für das Computerproblem oder die Antwort auf eine andere Frage, die ich bis dahin nicht lösen konnte.


Wenn mein körperliches System seinen Ausgleich bekommt, dann darf ich auch meine geistigen Ressourcen wieder nutzen.
Und so ist es mehr als ein alter lateinischer Spruch: Ohne einen gesunden Körper kann auch der Geist auf lange Sicht nichts Vernünftiges leisten.

Und du?

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Susan ist Soziologin, Dipl.Verwaltungswirtin (FH) und seit vielen Jahren als Autorin aktiv. Als Lilian Dexter schreibt sie Erzählungen, die gesellschaftliche Themen in eine literarische Form bringen – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit dem Anspruch, Denkanstöße zu geben. Nebenbei gibt sie Sportstunden und engagiert sich politisch und ehrenamtlich.
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