Ausschreibung

Bild mit vier Kacheln, davon ein altes Ziffernblatt, das Gesicht einer griechischen Gottheit, ein aufgeschlagenes Buch mit einer darüberschwebenden Feder sowie eines mit dem Text "Kairos" In der der Mitte ein Kreis mit "vom Zauber der Gelegenheit"

Kairos

Der griechische Gott der guten Gelegenheit

Die alten Griechen hatten mehr als eine Methode, die Zeit zu begreifen. Sie kannten nicht nur das Konzept von Chronos, der die Zeit in Stunden misst, oder von Aeon, der die großen Zeitspannen beschreibt, sondern auch das Konzept von Kairos, dem Gott der günstigen Gelegenheit.

Kairos, der nur manchmal Möglichkeiten für Veränderung eröffnet. Kairos, der jederzeit ganz unvermittelt erscheinen kann und uns auffordert, die Gelegenheit beim Schopf zu fassen. Kairos wird dementsprechend als junger Mann dargestellt, der eine Stirnlocke, einen Schopf trägt, dessen Hinterkopf aber kahl rasiert ist. Das bedeutet: wer Kairos beim Schopf packen will, muss schnell und beherzt zugreifen. Zögern wir zu lange und Kairos ist vorbeigelaufen, kriegen wir ihn nicht mehr zu fassen. 

Das Schicksal am Schopf packen

Und wer kennt sie nicht, diese Situationen, in denen uns das Schicksal herausfordert, während wir unsere üblichen Tätigkeiten abspulen, uns über die üblichen Dinge ärgern, die gewohnten Menschen treffen, die gewohnten Gedanken denken. Wenn sich plötzlich ein schwerer Vorhang zur Seite schiebt und für einen Moment den Blick auf eine mögliche andere Realität freigibt, auf eine mögliche neue Zukunft. 

Es kann sich dabei um alles Mögliche handeln. Ein Moment der Zivilcourage. Eine Stellenanzeige, die sich wie ein Traum anhört, den man nicht laut auszusprechen wagt, für den man aber alles hinter sich lassen müsste, was sich sicher anfühlt. Ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Eine Begebenheit, die zu Radikalisierung führt. Eine Begegnung. Eine Gelegenheit, eine Chance. Eine Einladung, ein Vorstoß ins Unbekannte. Überall dort sind wir gefragt: ignorieren wir den Impuls und gehen weiter auf dem bisherigen Weg? Oder greifen wir zu? Sind wir bereit für Verantwortung, für Veränderung, für Risiko, sind wir bereit, uns anzusehen, was das Schicksal uns bietet? Sind wir bereit, zu scheitern? Und wie geht es uns mit der Entscheidung, egal wie sie ausfällt? 

Welche Geschichten suchen wir?

Wir suchen Geschichten, die sich mit diesem Phänomen auseinandersetzen. Das Genre wollen wir dabei offenhalten, die einzige inhaltliche Vorgabe lautet, dass es sich um Protagonist:innen handeln soll, die sich mit einer unverhofften Situation konfrontiert sehen. Ob es sich dabei um persönliche Erleuchtungs-Momente handelt oder um große, gesellschaftliche Themen, bei denen jemandem aufgrund der Missstände die Hutschnur reißt, oder um etwas ganz anderes, ist euch überlassen. Wir freuen uns auf eure Einfälle. 

Das Kleingedruckte

Einsendung an: ausschreibung@muenchner-schreiberlinge.de

Länge: zwischen 15.000 und 20.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen)

Dateiformat: doc oder docx, Normseite, Anführungszeichen bitte mit »Chevrons«

Pro Autor:in ein Beitrag

Einsendeschluss: 15. März 2026

Um möglichst vorurteilsfreies Lesen zu gewährleisten, nennt bitte euren Namen nicht im Dokument selbst. Der Betreff der E-Mail soll den Titel der Geschichte beinhalten, damit wir Geschichten und E-mails zuordnen können.

Wir arbeiten mit CN (Content Notes), bitte nennt uns diese. Ebenso benötigen wir eine Autor:innenvita, die ihr am besten in einem extra Dokument oder direkt im Fließtext der E-Mail mitschickt.

Jeder Beitrag muss eigenständig verfasst sein und darf keine Rechte Dritter verletzen. Gewaltverherrlichung wie auch kriminelle, unsittliche oder diskriminierende Inhalte sind ausdrücklich nicht erwünscht! Beim Verfassen der Geschichten dürfen keine KI-Programme verwendet werden. Gesucht sind von Menschen selbst erdachte und formulierte Texte, also authentische Schriftstellerei im klassischen Sinn. Die Rechte liegen bei den Autor:innen, Teilnahme erst ab 18 Jahre. 

Wir freuen uns immer über einen Bezug zu München, egal ob persönlich oder im Text, es ist aber keine Voraussetzung dafür, an der Ausschreibung teilzunehmen oder gar in die Anthologie aufgenommen zu werden. 

Wir behalten uns vor, aus den eingesandten Geschichten eine Auswahl zu treffen. 

Autor:innen erhalten einen Pauschalbetrag von 5 Euro als Honorar, ein E-Book als Beleg und können Print-Exemplare zum vergünstigten Preis erwerben. Die Erlöse aus dem Verkauf der Anthologie kommen unserem gemeinnützigen Verein zugute.

Susan ist Soziologin, Dipl.Verwaltungswirtin (FH) und seit vielen Jahren als Autorin aktiv. Als Lilian Dexter schreibt sie Erzählungen, die gesellschaftliche Themen in eine literarische Form bringen – ohne moralischen Zeigefinger, aber mit dem Anspruch, Denkanstöße zu geben. Nebenbei gibt sie Sportstunden und engagiert sich politisch und ehrenamtlich.
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